| |
2. Römischer Spaziergang (Fortsetzung)
|
Wir stehen jetzt vor der Engelsbrücke,
sicher die schönste in Rom. Die drei mittleren Bögen stammen noch aus der Zeit Hadrians.
Die zehn Statuen der Passionsengel sind Werke Berninis und seiner Schüler. Die Engel sind
wunderschöne Gestalten, vor dem überwältigenden Hintergrund, jeder mit einer eigenen
Persönlichkeit und Anmut. |
|
 |
|
Erfreuen Sie sich ihres reizenden
Anblickes:
Vor uns die Engelsburg
|
Ein Wunder gab der Burg den Namen: Als unter
Gregor dem Großen im sechsten Jahrhundert eine grauenhafte Pest wütete und der Papst
einen Bittgang tat, um das Unheil abzuwenden, erschien auf den Zinnen der Grab-Veste der
Erzengel Michael, und man sah, wie er sein Schwert in die Scheide stieß, als ein Zeichen
dafür, daß die Pest nun ein Ende nehmen solle. |
|
 |
|
Einer der größten und liebenswertesten unter den
römischen Imperatoren, Hadrian, begann 135, drei Jahre vor seinem Tod, mit dem Bau dieses
Mausoleums - wir sehen unten noch den antiken Mauerkern - für sich und seine Familie; 139
hat es sein Nachfolger Antoninus Pius vollendet. Es bestand aus einem quadratischen
Unterbau, auf dem sich ein Rundbau erhob, der seinerseits einen mit Bäumen bepflanzten
Erdhügel trug. Später fügte Aurelian sie in seinem Mauerbau ein, wie er das auch mit
der Cestius-Pyramide tat. Und damit wurde aus dem Grab eine Burg.
Bald war der ursprüngliche Sinn des Grabbaus vergessen,
man sah in ihm nur noch die Festung der Päpste. Nikolaus III. verband sie durch den heute
noch bestehenden Wehrgang, den Passetto, mit dem Vatikan, machte sie dadurch zur
Fluchtburg für die Nachfolger Petri.
Heute befindet sich hier ein Museum, das uns das
Besichtigen des interessanten Innern ermöglicht. Ein Gang führt über eine Zugbrücke
durch die Grabkammer, einen quadratisch gewölbten Raum. Von hier aus gelangen wir dann
über Treppen in einen schönen Hof, den Cortille del Angelo, so genannt nach dem
Marmorengel des Guglielmo della Porta, der hier steht und früher auf der Zinne der Burg
stand. In diesem Hof beginnt die Besichtigung der päpstlichen Gemächer und des
päpstlichen Museums.
|
Wer Freude an manieristischen Fresken hat,
wird in der Engelsburg auf seine Kosten kommen. Eine kleine Treppe führt uns auf die
obere Plattform. Von hier aus hat man auch den besten Blick auf den prächtigen
Bronzeengel, der 1753 aufgestellt wurde und ein Werk des Genters Peter von Verschaffelt
ist.
|
|
 |
|
Herrlich ist die Aussicht von der
oberen Terrasse der Engelsburg.
|
|
|