2. "Römischer Spaziergang", vom Quirinal zur Engelsburg

Wir stehen auf dem prachtvollen, weiten und lichten Quirinalsplatz. Der Quirinalshügel, der höchste unter den sieben klassischen, war in der Kaiserzeit ein vornehmes Wohnviertel. Konstantin der Große ließ hier seine Thermen anlegen. Im Mittelalter wurde der Quirinal kaum bewohnt. Man nannte ihn Monte Cavallo nach den Rossen der beiden kolossalischen Dioskuren, die einst in den Thermen standen, seltsamerweise unzerstört blieben und heute in der Mitte des Quirinalplatzes stehen. P7250247 2.jpg (16102 Byte)

Im sechzehnten Jahrhundert begann man, in dieser verwilderten Gegend Villen anzulegen, weil die gute Luft auf dem verhältnismäßig hohen Hügel geschätzt wurde.

P7250305 2.jpg (15868 Byte) Das war wohl der Hauptgrund, warum Gregor XIII. 1574 hier einen Sommerpalast bauen ließ.
Als Architekten berief er einen Landsmann, den Bologneser Ottaviano Mascherino. Nach diesem waren Fontana, Maderna, Bernini und Ferdinando Fuga tätig. Der Quirinal, wie der Palast abkürzend genannt wird, wurde 1870 die Residenz der italienischen Könige, nach 1947 die der Präsidenten der italienischen Republik.

 

Die Dioskuren vor dem Palast ließ Sixtus V. Mitte des 16. Jahrhunderts hier aufstellen und auf dem Sockel die Inschriften anbringen, die die beiden Statuen als Werke des Phidias und des Praxitelles bezeichnen. In Wirklichkeit handelte es sich um spätantike Kopien nach griechischen Originalen. Den Obelisken hat erst Pius VI. zwischen den Dioskuren einfügen lassen. P7250306 2.jpg (18563 Byte)

 

P7250307 2.jpg (18756 Byte) Eines der letzten Bauwerke von ganz hohem Rang, die in Rom entstanden sind, ist der Palazzo della Consulta an der Südseite des Platzes. Wir verdanken es einem sehr bedeutenden Florentiner Architekten der Rokokozeit, Ferdinando Fuga.

 

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